Negativzinsen vermeiden
Ratgeber10.5.2021

Banken verlangen bis zu 0,75 Prozent Negativzinsen – so vermeiden Unternehmen die Strafgebühren

Aufgrund des derzeit niedrigen Leitzins der Zentralbank erheben immer mehr Geldinstitute Negativzinsen auf Kontoguthaben. Lesen Sie hier, wie diese Minuszinsen entstehen und mit welchen Maßnahmen Sie die Gebühren umgehen können.

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Hat sich auch auf Ihrem Firmenkonto ein Liquiditätspolster angesammelt? Dann geht es Ihnen wie vielen Firmen in der Corona-Krise. Denn große Investitionen werden in unsicheren Zeiten wie diesen eher nicht getätigt. Doch diese Vorsicht hat ihren Preis: So sammelt sich einiges Kapital auf den Firmenkonten an, dass Sie möglicherweise monatlich Geld kostet. Denn immer mehr Bankhäuser fordern mittlerweile Negativzinsen.

Definition: Was sind Negativzinsen?

In aller Regel bezahlt der Schuldner Zinsen an den Gläubiger. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, um eine größere Anschaffung zu tätigen. Dann zahlen Sie Zinsen, die sozusagen den Preis für den Kredit darstellen.

Bei den Negativzinsen kehrt sich dieses Prinzip um. Wenn Sie also eine größere Summe auf Ihrem Firmenkonto verwahren, erhalten Sie von der Bank keine regelmäßigen prozentualen Gutschriften, sondern zahlen im Gegenteil mit dem Negativzins Geld dafür. Deshalb wird bei einigen Instituten dieser Negativzins auch beschönigend als „Verwahrgeld“ umschrieben. Doch damit sind ganz klar Negativzinsen gemeint, die mitunter auch als Minuszinsen oder Strafzinsen bezeichnet werden.

Wie entstehen Minuszinsen?

Doch wie genau ist das möglich? Schließlich war es bis vor wenigen Jahren noch vollkommen normal, Zinsen für ein Guthaben zu erhalten, da die Banken mit diesem Geld arbeiten konnten. Doch diese Zeiten sind mittlerweile vorbei.

Das hängt mit dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Denn Banken müssen schon seit einigen Jahren Negativzinsen an die EZB bezahlen, wenn sie dort Kapital aufbewahren möchten. Zwar wurden und werden intern immer wieder andere Aufbewahrungslösungen diskutiert, doch die Lagerung des Geldes in der Zentralbank ist für die Institute noch immer die sicherste und bequemste Lösung. Für das Verwahren des Kapitals zahlen die Banken derzeit -0,5 Prozent an die EZB. Da die Zentralbank angekündigt hat, den Leitzins in nächster Zeit nicht nach oben zu korrigieren, haben immer mehr Banken damit begonnen, diese Negativzinsen an ihre Kunden weiterzugeben.

Warum hält die Zentralbank den Leitzins niedrig?

Negativzinsen erhebt die EZB in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. So möchte die Zentralbank erreichen, dass Geld in Umlauf gebracht wird, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Das heißt: Investitionen sollen attraktiv erscheinen, die Ansammlung große Sparsummen soll vermieden werden. Deshalb wird in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs der Leitzins angehoben und in Krisenzeiten – wie jetzt – gesenkt. Derzeit liegt der EZB-Leitzins übrigens auf einem historisch niedrigen Stand bei 0 Prozent.

Strafzinsen gibt es teilweise schon ab 1 Euro Guthaben

Bis vor kurzem waren Negativzinsen bei Banken noch eine Rarität. Doch mittlerweile beginnen immer mehr Institute, die Minuszinsen an ihre Privat- und Geschäftskunden weiterzureichen, wie eine Studie im April 2021 ermittelt hat.  

Demnach erheben von 1.300 untersuchten Banken mittlerweile 456 Negativzinsen für Firmenkunden. Und auch die Freibeträge sind gesunken. Wurden bis vor kurzem erst ab rund 250.000 Euro Minuszinsen berechnet, hat ein Drittel der Banken nun die Freigrenze auf 25.000 Euro oder sogar noch weniger gesenkt. Bei einigen Banken wird der Negativzins damit sogar schon ab dem ersten Euro berechnet.  

In den meisten Fällen müssen die Kunden 0,5 Prozent Negativzinsen bezahlen. Noch mehr berechnet zum Beispiel die Bank 1 Saar. Hier müssen alle Geschäftskunden, die Ihr Konto nach dem 27. März 2020 eröffnet haben, ganze 0,75 Prozent Negativzinsen ab einem Guthaben von 10.000 Euro bezahlen.

Diese Auswirkungen können Negativzinsen auf Ihr Unternehmen haben

Unterm Strich bleibt Ihnen also möglicherweise weniger von Ihrem angesammelten Kapital, wenn Sie Ihr Geld einfach auf dem Konto verwahren. Je nachdem, welche Summe Sie vorhalten, können Sie leicht auf zusätzliche jährliche Kosten von 500 oder 1.000 Euro kommen – zusätzlich zu Ihren Kontoführungsgebühren.

So berechnen Sie Ihren Negativzins

Wie viel Geld Sie genau verlieren, wenn Sie den Freibetrag Ihrer Bank überschritten haben und Ihre Bank Minuszinsen berechnet, können Sie ganz einfach selbst ausrechnen. Die Formel lautet:

Eine Beispielrechnung: Nehmen wir an, Sie haben ein Kontoguthaben von 100.000 Euro. Ihre Bank erhebt darauf 0,5 Prozent Strafzinsen. Die monatliche finanzielle Belastung können Sie also wie folgt berechnen:

(100,000 x 0.005) / 360 x 30 = 41,67

Demnach würden Sie in einem Monat 41,67 Euro verlieren und hätten von Ihren ursprünglichen glatten 100.000 Euro nur noch 99.958,33 Euro.

So können Sie Negativzins vermeiden

Diesen Verlust müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten für den Minuszins zu umgehen. Beispielsweise könnten Sie zu einer Bank wechseln, die keinen Negativzins erhebt. Auch wenn es mit der Zeit immer schwieriger werden wird, ein Institut zu finden, das keine Minuszinsen berechnet.

Natürlich können Sie Ihre Rücklagen auch auf ein Tagesgeldkonto überweisen. Hier gibt es zwar keine hohen Renditen zu erwirtschaften – in den meisten Fällen liegt der Zinssatz bei mageren 0,01 oder sogar 0,00 Prozent – doch zumindest zahlen Sie hier keine Minuszinsen. Doch in der Regel sollte auch das keine Dauerlösung für hohe Summen sein. Denn bei weniger als zwei Prozent Zinsen werden sich Ihre Rücklagen durch die Inflation schleichend verringern. Deshalb sollten Sie hohe Beträge über 100.000 Euro besser auf mehrere Banken verteilen oder einen Teil des Geldes in eine Anlage investieren.

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Noch eine weitere Möglichkeit, den Negativzins zu umgehen oder zumindest zu schmälern, ist der Einsatz von Firmenkreditkarten von Pliant in Ihrem Unternehmen.

Denn mit der Kreditkarte können Sie Zahlungen wie zum Beispiel Marketingausgaben für Google, Facebook und Co. tätigen, anstatt diese mit einem langen Zahlungsziel auf Rechnung zu kaufen. Bei der Karte können Sie flexibel auswählen, ob Sie wöchentlich oder monatlich bezahlen möchten.

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